DORSALGIE
chronische Dorsalgie
Zunächst eine gute Nachricht für Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, bei einer Dorsalgie braucht er also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen, orthopädische Rehabilitationen akzeptieren und kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
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Der Begriff "Dorsalgie" besteht aus den Wortteilen Dorsum = Rücken und algie = schmerzhaft, die Übersetzung würde also lauten "schmerzhafter Rücken" oder einfach Rücken schmerzen. Als Dorsum (Rücken) wird die durch Nacken, Schulter n bzw. Gesäß begrenzte Rückseite des Rumpfes bezeichnet.
Die Dorsalgie stellt aus
volkswirtschaftlicher und vielleicht auch aus menschlicher Sicht das größte
Problem der heutigen
Schmerztherapie dar. Man rechnet, daß in Deutschland
jährlich 35 Milliarden Mark für das Problem "Dorsalgie" an Kosten anfallen.
Nach epidemiologischen Schätzungen
(= auf Umfragen basierenden
Schätzungen) leidet ca. 85 % der Bevölkerung
westlicher Industriestaaten mindestens einmal in ihrem Leben an diesen
Beschwerden. In ca. 10 % wird eine Dorsalgie chronisch (= über mehr als 6
Monate anhaltend). 5 % werden zu schmerztherapeutischen
Problemfällen. Diese 5 % der Pat. verursachen 50 % der Gesamtkosten! Für diese
kleine aber äußerst kostenträchtige Gruppe gibt es derzeit in Deutschland
wenig angemessene Behandlungsmöglichkeiten, aber es gibt sie (siehe unten).
Eine große Bedeutung spielt die
chronische Dorsalgie
in den Statistiken der Kranken- und Rentenversicherungen: Bei Männern ist
eine Dorsalgie mit 14 % die
häufigste Ursache für Krankheitsausfälle, bei Frauen mit 11% die
zweithäufigste.
Die Wir
belsäule
als statisches Achsenorgan ist in dieser Funktion großen Belastungen
ausgesetzt, entsprechend häufig treten Verschleißerscheinungen auf, die über die
physiologische Degeneration (= normale
Abnützung) hinausgehen und deshalb
oft Beschwerden verursachen. Es ist jedoch stets zu bedenken, daß auch
höhergradige Verschleißprozesse nicht unbedingt mit einer Dorsalgie einhergehen
müssen, auch gibt es keine statistische Korrelation zwischen dem Ausmaß der
abnutzungsbedingten Veränderungen und der geklagten Schmerzintensität.
Das
Vorhandensein abnutzungsbedingter Veränderungen, die theoretisch die geklagten
Beschwerden verursachen können, darf deshalb nicht dazu verleiten, eine
weitergehende Diagnostik
(= Maßnahmen
zur Erkennung eines Krankheitsgeschehens)
zu unterlassen.
Systematik
(= Einteilung, Gliederung)
möglicher Ursachen
| 1. Vertebragene (= wirbelsäulenbedingter) Dorsalgie: |
| Degenerative Veränderungen (= durch Abnutzung hervorgerufen) |
| - Bandscheibenschäden (Bandscheibenvorwölbung, Bandscheibenvorfall) |
| - ligamentäre Insuffizienz (= Funktionsstörung von Haltebändern) |
| - Störung der gelenkigen Wirbelverbindungen |
| - knöcherne Veränderungen (Randzacken, Knochenwulste usw.) |
| Missbildungen |
| - angeborene (z.B. Spina bifida, Blockwirbel, Keilwirbel) |
| - Wachstumsstörung (z.B. Skoliose, Morbus Scheuermann) |
| Entzündliche Erkrankungen |
| - Rheuma tischer Formenkreis (z.B. Polymyalgia, Morbus Bechterew) |
| - Infektionserkrankungen (Spondylitis z.B. durch Tbc, |
| Staphylokokken, M. Bang) |
| Generalisierte Skeletterkrankungen |
| - (z.B. Osteoporose, Osteomalazie) |
| Tumoren der Wir belsäule |
| - Primärtumoren (hauptsächlich Plasmozytom) |
| - Metastasen |
| Traumen (= Verletzungen) (Frakturen, Schleudertrauma (= Beschleunigungstrauma) der HWS) |
| Defekte, nicht verletzungsbedingte (z.B. Spondylolyse |
| und Spondylolisthesis) |
| 2. Neurologische Erkrankungen: |
| (z.B. Polyradikulitis, Rückenmarkstumoren, |
| Syringomyelie, Tabes dorsalis |
| 3. Referred pain (Übertragungsschmerz): |
| Halswirbelsäule: sog. viszerale Übertragungsschmerzen bei |
| Erkrankung innerer Organe: Leber, Gallenblase, Ma gen, |
| Milz, Dickdarm, Herz u. Affektionen des Schultergelenk es |
| Brustwirbelsäule: Schmerz projektion bei Erkrankung der |
| Speiseröhre, der Pleura, und bei Aortenaneurysma |
| Lendenwirbelsäule: Schmerzprojektion bei gynäkologischen |
| und urologischen Erkrankungen |
| 4. Myofasziales Syndrom (z.B. Fibromyalgie) |
| (= Muskeln und deren Gewebsumhüllung sowie Sehnen betreffende Störungen) |
Schmerzen treten
hauptsächlich in den drei größeren Wirbelsäulenabschnitten auf:
Hals,
Brust
- und
Lenden
wir
belsäule.
Das Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom) oder auch Zervikalsyndrom genannt, ist ein Sammelbegriff für einen von der Halswirbelsäule ausgehender oder den Halswirbelsäule
Zum
Ausschluß eines die
Nervenwurzel
n betreffendes
Kankheitsgeschehens
(radikuläres Syndrom), bedarf es immer einer fachlichen Abklärung (Neurologie,
Radiologie).
Heftigste Schmerzzustände mit
Muskel
hartspann und dadurch
erzwungener Fehlhaltung (Schiefhaltung) werden als „akuter
Tortikollis“
(=
Schiefhals) bezeichnet.
In Abhängigkeit von der Höhe der Störung unterteilt man das HW S-Synd rom in 3 Ebenen:
Oberes
HWS-Syndrom: Die typischen
Krankheitszeichen sind in der Literatur unterschiedlich dargestellt (Kügelgen
et Hillemacher 1989, Kocher et al. 1980, Dahmen
et al. 1985). Gemeinsames Merkmal ist ein
Nackenschmerz mit
Schmerzausstrahlung nach oben in den
Kopf, da sich die
Störungen überwiegend auf die
Nervenwurzel des 2. Halswirbels
konzentrieren.
Die
Schmerzeinstrahlung in den
Hinterkopf, teilweise auch bis zur
St
irnregion
ziehend, führt häufig zur Diagnose eines zervikogenen oder vertebrag
enen
(= wirbelsäulenbedingten)
Kopfschmerz
es.
Inwieweit die HW
S-spezifische "Unkovertebralarthrose"
(= Erkrankung des „Halbgelenks“ zwischen zwei
Wirbelkörpern)
über eine Einengung
der Wirbelsäulenschlagader (A. vertebralis) im Foramen intervertebrale
(= Zwischenwirbelloch)
ein zervikozephales
(=
Hal
s und
Kopf betreffendes)
Krankheitsbild verursachen kann, ist noch nicht endgültig geklärt.
Mittleres HW S-Syndrom: Der typische Nackenschmerz tritt im Bereich der Halswirbel 3, 4, 5 auf und strahlt in die Schulterblätter, auch bis über die Schulter aus. Beim radikulären Syndrom (= Krankheitszeichen infolge einer Nervenstörung, Nervenschädigung) treten Störungen der Nervenfunktion in Form von herabgesetzter Empfindung und/oder Lähmungen von Schulterblattmuskeln (z.B. M. levator scapulae) auf. Ganz selten kommt es auch zu Zwerchfellähmung (Thoden 1987). Beim radikulären Syndrom der Nervenwurzel des 5. Halswirbels ist der M. biceps brachii betroffen.
Unteres HWS-Syndrom:
Da die Ner
venwurzeln
des 6. bis 8. Halswirbels und des 1.
Brust
wirbels betroffen sind, können
Beschwerden bis in den Klein
finger ausstrahlen. Meist wird dieser Schmerzzustand
mit „Zervikobrachialgie"
(Schulter-Arm-Syndrom) bezeichnet, obwohl streng genommen
das
Zervikobrachialsyndrom mit einer radikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen infolge einer
Nervenstörung bzw.
Nervenschädigung)
einhergeht (Debrunner 1988).
Die
pseudoradikuläre
(= auf eine scheinbare
Nervenschädigung zurückzuführende)
Ausstrahlung in die
Arme fällt noch unter den Begriff "Zervikal-Syndrom".
Bei Störung der
Nervenwurzel
des 1.
Brust
wirbels kann sich ein Horner-Syndrom
(= Augenlidsenkung, Verengung der
Pupille, Zurücksinken des Augapfels)
ausbilden (Thoden 1987).
Das Brustwirbelsäule n- (BWS-) Syndrom ist ein Sammelbegriff für eine Dorsalgie, die von der Brustwirbelsäule ausgeht oder den Brust wir belsäulenbereich betrifft.
Von den Abschnitten
der
Wirbelsäule ist die
BW S hinsichtlich
chronischer
Schmerz
en prozentual am wenigsten betroffen. Statisch-dynamische
Faktoren spielen hier eine untergeordnete Rolle, es dominieren reflektorische
(= von einem anderen erkrankten Organ ausgehende, reflexartige)
Störungen, hauptsächlich im myofaszialen
(=
Muskeln und deren Gewebsumhüllung
betreffenden)
System. Nicht selten sind auch
Interkostalnerven
(= Zwischen
rippen
ner
ven)
im Sinne einer
pseudoradikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen, die von einer scheinbar
gestörten
Nervenwurzel
ausgehen) beteiligt. Eine radikuläre Symptomatik
(= Krankheitszeichen, die von einer tatsächlich
gestörten
Nervenwurzel
ausgehen) kann leicht übersehen werden, da z.B. bei motorischen
(= die Muskelfunktion betreffenden)
Ausfällen kaum eine körperliche Beeinträchtigung eintritt, es sei denn, es sind
mehrere
Interkostalnerven
(=
Zwischen
rippen
nerven)
betroffen, was dann zu einer Störung der Lungenfunktion führen kann.
Der
Schmerzcharakter im Bereich der
Brustwirbelsäule wird von den Patienten meist
mit dumpf und drückend angegeben. In der Regel ist die
Muskulatur
neben der Wir belsäule
verhärtet und druckschmerzhaft. Oft besteht auch Klopfschmerzhaftigkeit über den
Dornfortsätzen der Wirbelkörper.
Relativ häufig tritt eine Dorsalgie
im Rahmen von Wachstumsstörungen auf (z.B.
Morbus Scheuermenann,
Skoliose), begünstigt durch die damit verbundene
Fehlhaltung.
Das
BWS-Syndrom kann auch Folge von zusammengebrochenen Wirbeln
aufgrund einer
Osteoporose sein.
Nicht selten stellt sich ein BW S-Synd rom
auch nach einem unfallbedingten Wirbelbruch ein.
Viszera
le (= die
Eingeweide betreffende)
Übertragungsschmerzen (Referred
Pain) sind stets in die
differentialdiagnostischen Erwägungen
(= Überlegungen, welche Krankheiten noch in Frage kommen können)
mit einzubeziehen. Störungen bzw. Krankheiten von Herz und Bauchspeicheldrüse
führen oft zu Beschwerden zwischen den Schulterblättern. Auch Erkrankungen der
Speiseröhre, Pleura
(= Brustfell)
und Fehlbildungen der Brustaorta
(=
Brust
schlagader)
können zu Beschwerden in der
BW
S
-Region führen.
Das Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom) ist ein Sammelbegriff für einen Kreuzschmerz, der aufgrund degenerativer (= abnutzungsbedingter) Wirbelsäulenveränderungen oder statisch-muskulär bedingter Störungen von der Lendenwirbelsäule ausgehen oder den Lenden wir belsäulenbereich betrifft.
Die
Lendenwirbelsäule
ist großen statisch-dynamischen Belastungen
ausgesetzt, weshalb hauptsächlich dieser
Wirbelsäulenabschnitt von einer Dorsalgie betroffen ist.
Als Schmerzursache stehen wie bei der Halswir
belsäule übermäßige
degenerative
(=
abnutzungsbedingte) Veränderungen
im Vordergrund, wobei der
Bandscheibe
eine Schlüsselrolle zufällt. Der Wassergehalt des Gallertkernes der
Bandscheibe nimmt im Laufe
der Zeit ab und damit die Elastizität, wodurch die Beweglichkeit beeinträchtigt
wird. Der Faserring verliert allmählich seine Haltefunktion, wird rissig und
teilweise für die Gallertmasse durchlässig. Bereits in dieser Phase ist eine
Bandscheibenvorwölbung bis
hin zu einem
Bandscheibenprolaps
möglich. Das Bewegungssegment wird durch diese
Bandscheibenveränderungen nunmehr
instabil, wodurch die Funktionsbewegungen beeinträchtigt werden. Die Wirbelkörper
können sich dann gegeneinander verschieben, worunter die kleinen
Wir belgelenke besonders leiden und schließlich mit arthrotischen
(= krankhaften)
Veränderungen reagieren (Spondylarthrosen). Mit zunehmender
Bandscheibendegeneration
(=
Bandscheibenabnutzung) nähern sich
die Wirbelkörper einander und reagieren mit Randzackenbildung (Spondylose) und
Sklerosierung
(= krankhafte Verhärtung)
der Deckplatten (Osteochondrose).
Allmählich kommt es zu einer Versteifung, die an
sich einer Dorsalgie entgegen wirkt ("wohltuende
Versteifung im Alter").
Jede Phase dieser fortschreitenden Degeneration
kann im Bewegungssegment eine Dorsalgie verursachen, die auch mit
pseudoradikuläre
r
oder gar
radikuläre
r Symptomatik
(= Krankheitszeichen die auf eine scheinbare oder
tatsächliche
Nervenwurzelschädigung zurückzuführen sind)
einhergehen können. Verschleißprozesse, die über die normale,
altersentsprechende Abnutzung hinausgehen, können auch zu einer Verengung des
Spinalkanals führen und in den betroffenen
Segmenten eine Dorsalgie
hervorrufen, bei entsprechendem Ausmaß treten weitere Beschwerden hinzu ((pseudorad ikuläre,
rad ikuläre Ausstrahlungen in die
Beine,
Claudicatio spinalis
(= Funktionsbeeinträchtigung der
Beine aufgrund einer
Durchblutungsstörung im
Rücken
mark)).
Die kleinen Wir belgelenke, die wegen ihrer dachziegelartigen Anordnung auch
Facettengelenke genannt werden, können auch isoliert, also unabhängig vom
Einfluß der
Bandscheibendegeneration arthrotische Veränderungen erfahren und
dann ebenfalls schmerzhafte Blockierungen des Bewegungssegmentes hervorrufen
(ein sog.
Facetten-Syndrom).
Auch im Bereich der Foramina intervertebralia
(= Zwischenwirbellöcher)
können isolierte Störungen auftreten, die die zugehörigen Ner venwurzeln
irritieren oder gar schädigen und dann zu einer Dorsalgie führen. Ein
Bandscheibenvorfall erfolgt meist dorsolateral
(= seitlich und nach hinten)
und kann schon bei geringem Ausmaß das Bewegungssegment blockieren. In der
dorsolateralen Region kann aber auch die
Nervenwurzel direkt tangiert bzw.
eingeklemmt werden und ausstrahlende Krankheitszeichen bewirken.
90% aller
Bandscheibenvorwölbungen oder gar
Bandscheibenvorfälle finden in den Etagen L4/L5 und L5/S1 statt (Sehhati-Chafei
1988). Diese bevorzugte Lokalisation führt dazu,
daß häufig die Diagnose "Lumboischialgie" gestellt wird, da die oberen
Anteile des Pl
exus ischiad icus
(=
Nerven
geflecht aus dem der
Ischias
nerv entstammt)
bzw. Pl exus sacral
is
(= Nervengeflecht im Bereich des
Kreuzbein
s) den
Nervenwurzel n L4 und L5 entstammen.
Patienten mit einer Dorsalgie nach
Bandscheibenoperation
en sind bezüglich einer
Schmerzbehandlung sehr
problematisch. Erfahrungsgemäß nimmt die Problematik mit jeder weiteren
Operation sogar noch zu. Der oben beschriebene typische Ablauf des
Abnutzungsprozesses macht deutlich, daß auch mit einer Operation die eigentliche
Schmerzursache ja nicht behoben werden kann, im Gegenteil, es besteht sogar die
Gefahr, daß der degenerative Prozeß noch beschleunigt wird. Mit jeder Operation
nimmt die Tendenz zur Instabilität zu, abgesehen von den zusätzlichen iatrogenen
(= durch die Operation verursachten)
Gewebsschädigungen.
Nicht selten sehen wir Patienten, bei denen nach mehrfachen
Bandscheibenoperationen wegen Instabilität eine
Spondylodese
(= operative
Wirbelsäulenversteifung)
durchgeführt werden mußte. Leider ist auch nach einer solchen, teilweisen
Wirbelsäulenversteifung ein Großteil der Patienten nicht beschwerdefrei. Es ist
daher zu begrüßen, daß die Indikation
(= Anzeige)
zur
Bandscheibenoperation
in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist.
Als Grund für eine
Operation ist das Krankheitszeichen "Dorsalgie" in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation
(= Anzeige) gilt allenfalls eine
unerträgliche, therapieresistente
(=
nichts hilft)
Dorsalgie.
Beim
sog. Cauda-Synd rom
(=
Rücken
markschädigung mit Lähmung der
Beine), ebenso bei motorischen Defiziten
(= Beeinträchtigungen der Muskel
funktion),
die unter konservativer Therapie
(=
Behandlung ohne Operation) bestehen
bleiben oder gar zunehmen, muß operiert werden, um eine Entlastung
herbeizuführen.
Eine segmentale Dorsalgie mit und ohne Schmerzausstrahlungen, kann auch von den
Muskeln
neben der Wir belsäule selbst und/oder den
zugehörigen
Sehn
en ausgehen (myofasziales
Syndrom). Über den segmentalen
Reflexbogen kann auch die benachbarte Seite mit einbezogen werden, so daß das
Bild einer vertebragenen
(= von der
Wir belsäule
ausgehenden)
Dorsalgie
vorgetäuscht wird.
Häufig hat eine Dorsalgie auch ihren Ursprung in den Iliosakralgelenk en (= gelenkartige Verbindung zwischen Darm- und Kreuzbein) (die sog. Iliosakralgie). Meist liegen funktionelle Störungen vor, die betroffenen Patienten klagen besonders bei Rumpfbeugung, verbunden mit Drehung, über Schmerzen im lumbosakralen Übergangsbereich (= unterer Lendenwir belsäulen- und oberer Kreuzbein bereich), aber auch typischerweise über Schmerzen im Bereich der Spina iliaca posterior superior (= hinterer oberer Darmbeinstachel) mit unspezifischen Ausstrahlungen in die Beine (Gesäß, hinterer und seitlicher Oberschenkel bis zur
Wade und evtl. Ferse).Auch ein sog. Beckenringsyndrom kann mit einer Dorsalgie einhergehen.
Die Sakralgie bezeichnet Schmerzen in der
Kreuzbein gegend, z.B. infolge Kompression (= Einklemmung) der Nervi clunium recurrentes in den Kreuzbein löchern, bei Sakralisation (= Verschmelzung des 5. Lenden wirbels mit dem Kreuzbein), häufig mit einer Erkrankung der Iliosakrakgelenke einhergehend.Grobe
Hinweise auf die Art der Schädigung liefern die Abfrage der Vorgeschichte und
Beschwerdebild.
Wird eine Dorsalgie
bei Beanspruchung der
Wirbelsäule verstärkt oder ausgelöst, so sind die Bewegungssegmente beteiligt.
Eine Dorsalgie
, die von der Wirbelsäulenfunktion unabhängig
auftritt, spricht mehr
für Störungen im Bereich der Wirbelkörper.
Eine Dorsalgie,
die von
Muskeln und
deren Bindegewebsumhüllung ausgeht (sog. muskuloskelettaler oder
myofaszialer
Ursprung) wird durch Wirbelsäulenbelastungen und -bewegungen ebenfalls
verstärkt, unterliegt aber häufig
klimatischen Einflüssen, d.h., sie
tritt in
der kälteren Jahreszeit bevorzugt auf. Oft berichten die Patienten, sie hätten
sich "verkühlt".
Eine akut auftretende Dorsalgie im Rahmen eines
LWS-Syndrom s
ist häufig bandscheibenbedingt, kann aber auch durch eine akute
Segmentblockierung (hpts. kleine Wir belgelenke) ausgelöst werden.
Akute
Schmerzen, die mit einer monoradikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen 1
Nervenwurzel betreffend)
einhergehen, sind sichere Anzeichen eines
Bandscheibenvorfall
s, gleiches gilt
für akute Schmerzen im Zusammenhang mit einem Cauda-Synd rom
(=
Rücken
markschädigung mit Lähmung der
Beine).
Schmerzen beim Husten und Pressen
sind typisch für
Nervenwurzelkompression
en, z.B. infolge einer
Bandscheibenprotrusion oder gar eines
Bandscheibenprolaps
(=
Bandscheibenvorwölbung oder gar
Bandscheibenvorfall).
Eine Dorsalgie, die bei Erschütterung auftritt, kann von einer
Spondylitis
(= En tzündung an der Wir belsäule) verursacht werden.
Dorsalgie
n, die bevorzugt nachts und morgens auftreten, weisen auf eine
generalisierte
(= allgemeine)
Wirbelsäulenerkrankung
hin, z.B. Bechterew-Syndrom oder
Osteoporose.
Auch auf den
Ort der Schädigung lassen sich bereits aus dem Beschwerdebild Rückschlüsse
ziehen.
Schmerzen
und Störungen der (Berührung
s-) Empfindlichkeit im Bereich
ober- und unterhalb des Leistenbandes weisen auf die
Nerven
wurzeln
L1
(= 1. Segment der Lendenwir belsäule)
und L2 hin.
Die L3-Wurzel macht sich am vorderen inneren
Oberschenkel
bemerkbar.
Die
Meralgia
paraesthetica
(=
Schmerzstörung im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis,
rumpfnahe an der Außenseite des
Oberschenkel
s)
ist
dagegen eine periphere
(= mehr
oberflächliche)
Nervenstörung.
Schmerzen und Störungen der (Berührung
s-) Empfindlichkeit vom vorderen inneren
Oberschenkel
bis zur
Schienbein
vorderfläche reichend, betreffen die Wurzel L4.
Beschwerden, die von der Außenfläche des
Oberschenkel
s über den äußeren
seitlichen
Unterschenkel zum
Fußrücken
und zur
Großzehe ziehen, sind L5
zugeordnet, während die S1-Wurzel
(= 1. Ner venwurzel
im
Kreuzbein
bereich) für den hinteren
Oberschenkel, hinteren seitlichen
Unterschenkel, seitlichen
Fuß
rand
und
die
Zehen 3-5 verantwortlich ist.
Therapie bei Dorsalgie
Grundsätzlich
muß zunächst versucht werden, durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) eine ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken.
Gelingt
dies, so wird dieser zunächst kausal
(= entsprechend dem
Krankheitsbild) behandelt.
Wenn dennoch eine Dorsalgie verbleibt oder
keine eindeutige, spezifisch behandelbare
Schmerz
ursache gefunden wurde, so
sind schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei
verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nunmehr nach dem Schmerz
und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten.
Eine länger bestehende
Dorsalgie
erfordert praktisch immer eine
Kombination von verschiedenen Therapieverfahren.
Medikamentöse Schmerztherapie:
Akut und subakut können bei Dorsalgie zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden,
insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B.
Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob
Parecoxib und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften
Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal ist aber eine Dorsalgie
nur
mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei einer
Dorsalgie
(chronische) eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression,
u.a. aber auch
bei einer chronische n Dorsalgie wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerzmittel
einzusparen.
Schmerztherapie
mittels
therapeutischer
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel):
Bei einer anhaltenden Dorsalgie sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden.
Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist
die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Schmerztherapie
mittels infiltrativer Lokalanästhesie (=
Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei
Dorsalgie:
Die einfachste diesbezügliche
Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die
Wirbelsäule
angrenzenden
Muskulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca.
5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die
gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der Mus
kulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Wird die Dorsalgie durch abgenutzte,
entzündliche oder irritierte
Intervertebralgelenke (= kleine
Gelen ke zwischen den Wirbeln)
verursacht, sind Infiltrationen der betroffenen kleinen Gelen ke
erfolgversprechend. Kortison- Zusatz kann den Heilungsprozeß beschleunigen.
Der
Beweis für ein "Facettensyndrom"
(=
Schmerzstörung im Bereich der kleinen Wir belgelenke)
als Schmerzursache,
ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen
(= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten)
Facetten -Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge durch Thermokoagulation
(= Verkochung / Zerstörung mit
Hochfrequenzstrom) der
Facetten sind bei einer
Dorsalgie nicht gesichert.
Schmerztherapie
mittels peripherer temporärer
(= oberflächlicher, zeitlich begrenzter)
Nervenblockade
n:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von
Schmerzausstrahlungen eignen sich bei Dorsalgie Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Ner venwurzeln
(= im Schmerzbereich befindliche
Nervenaustrittstellen neben der Wir belsäule). Im
Len
denbereich auch kontinuierlich mit Katheter*.
Schmerzausstrahlungen in
Schulter /
Arm, wie sie beim mittleren/unteren
Zervikalsyndrom in
typischer Weise vorkommen, sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte hohe
Blockade des Pl exus
brach ialis (=
Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich)
nach Winnie an. Technisch risikoärmer und oft besser wirksam
ist jedoch die kontinuierliche, retrograd hohe Pl
exus brach ialis -Blockade
mit Katheter (*siehe unten). Die kontinuierliche
inters kalenäre
(= zwischen 2
Muskeln
im seitlichen, unteren Halsbereich)
Blockade ist mit einem höheren Risiko behaftet.
Periphere
(= oberflächliche)
Schmerzprojektionen entlang der
Interkostalnerven
(= Zwischen
rippen
ner
ven)
bei Vorliegen eines BW S-Syndroms sprechen gut auf wiederholte
Inter kostalblockaden
mit einem
örtlichen Betäubungsmittel an. In hartnäckigen Fällen kann die Blockadefrequenz durch
Implantation eines Katheters (* siehe unten) erhöht werden.
Im Bereich der
Bein
e
können bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(= Schmerzen die auf eine tatsächlich oder
scheinbar geschädigte
Nervenwurzel zurückzuführen sind)
der vordere Oberschen kelnerv (N.
femoral is) und /
oder der
Ischias
nerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (* siehe
unten).
Bei Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren
Oberschenkels gelingt mit der sog. 3-in-1-Variante die zusätzliche Betäubung der
Ner ven obturatorius und cutaneus femoris lateralis, deshalb auch geeignet zur
Behandlung der
Meralgia
paraestheitica
(=
brennende
Schmerzen an der
Oberschenkel
außenseite).
Eine Perid uralblockade
(= rückenmarknahe
Betäubung) im Bereich
der
Brust - oder
Halswir belsäule erfordert ein strenge Nutzen-/Risikoanalyse. Die
lumbale Periduralblockade (=
rücken
marknahe Betäubung im
Lenden
berei
ch),
insbesondere kontinuierlich mit Katheter*,
ist bei einem
Kreuzschmerz eine sehr effektive
Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt
werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko bei der Anzeige "Dorsalgie" als vertretbar eingestuft werden.
Wenn
eine Perid
uralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist (z.B. bei
Mißbildungen, Zustand nach operativer
Wirbelversteifung
bzw.
Wirbelsäulenversteifung usw.), bietet sich
besonders bei Störungen im Bereich des Pl exus
sacral is
(=
Nerven
geflecht im
Bereich des
Kreuz
beins)
die sog. Kaudalanäst hesie
(=
rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im
Kreuz bein hindurch)
an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der
Gefahr einer En tzündung seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung
weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B.
20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der obere
Lende
nbereich
erreicht
werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten,
rücken
marknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei einer sehr schweren und
sonst kaum behandelbaren Dorsalgie kann zur Durchführung rückenmarknaher
Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden.
Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch
die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
*
Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen
Ner ven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In
bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch
den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche
Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft
erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit
begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die
schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese
Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche Prozesse
entstanden sind, hilfreich ist.
Nach neueren
Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung
auch das sog.
Schmerz
gedächtnis zu löschen.
Physikalische Therapiemöglichkeiten:
Auch die Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen.
Die
transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS)
hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig neben der Wir
belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt.
Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die
Wirkung optimiert werden.
Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation
erfordert eine strenge Patientenauswahl.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer Dorsalgie empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls den Schmerz lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einer Dorsalgie nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es, die Muskeln neben der Wirbelsäule zu trainieren, da auf Dauer nur eine kräftige/suffiziente Muskulatur eine statische und dynamische Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die manuelle Therapie (Chirotherapie) bei der Anzeige „Dorsalgie“ durchaus gute Erfolge aufzuweisen.
Bei schmerzhaften degenerativen (= durch Abnutzung hervorgerufenen) Veränderungen der Wir belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen (Thomalske 1991).
Die Magnetfeldtherapie kann eine Dorsalgie ebenfalls lindern.
Andere Therapiemaßnahmen bei Dorsalgie:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. Rückenschule). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der Mus kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei einer Dorsalgie eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären Entspannung führen,
ebenso Biofeedback (= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychologisch / psychotherapeutische Interventionen können beim ausgeprägten "psychosomatischen Schmerz" angezeigt sein, da auch verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken können.
Bei einer längerfristig bestehenden Dorsalgie (chronische) ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
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wer seit mehr als 22 Jahren ambulant und stationär eine qualifizierte Schmerztherapie und
natürlich für Ärzte auch die volle Weiterbildung zur speziellen Schmerztherapie anbietet, darüber hinaus
eine Weiterbildungsermächtigung für 1 Jahr Anästhesie besitzt (und das als Reha-Einrichtung !!),
neuerdings auch 18 Monate für das Fachgebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin und
natürlich auch für die Zusatzbezeichnung Rehabilitationswesen weiterbildungsberechtigt ist,
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k u 07.02.2006 <strong>Dorsalgie</strong>